Religionsunterricht in Facebook

19. Mai 2012

Es sind vermutlich nicht ganz 70 Prozent der Religionslehrer auch in Facebook. Wer drin ist, kann ja auch mal bei Religionsunterricht heute vorbeischauen. Noch ganz jung – ein Mai-Kind. Es dürfen übrigens nicht nur Kollegen aus Österreich mitmachen, auch wenn die (katholische) Kirche in (Ober-)Österreich sehr aktiv im Netz ist (z.B. mit Kirche 2.0).

 

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Neuevangelisierung – aus Österreich

15. Mai 2012

Die österreichischen Bischöfe haben vor kurzem einen Text zur Neuevangelisierung veröffentlicht. Da Anfang Juni ein ‘Bloggertreffen’ in Freiburg zu diesem Thema stattfindet, habe ich mir den Text heruntergeladen (gibt es als PDF hier) und durchgelesen.

Wie lautet die alte Sandwich-Regel beim Feedback: Gut – schlecht – gut ;-)

Offizielle Dokumente von Kirchens sind ja nicht unbedingt immer und alle sooo spannend und interessant formuliert. (Mir zu) oft wird eine Sondersprache gesprochen, die mit dem Idiom von Menschen, die mir in der Schule oder an anderen Stellen des Real Life begegnen, nur sehr überschaubare Schnittmengen aufweist.

Das österreichische Papier finde ich – für ein offizielles Dokument – sehr lesbar und worthülsenarm (wenn auch nicht -frei) formuliert.

Sehr gut gefällt mir der erste, grundsätzliche Teil, der – so finde ich – eine ziemlich realistische Situations- und Zielbeschreibung bietet. Dort steht z.B.

Kirche ist da, um zu Jesus Christus zu führen, um seine Frohe Botschaft zu verkünden… Sie selbst ist Werkzeug und Zeichen, aber nicht Selbstzweck. [2.1]

Das ist natürlich nichts Neues, aber manchmal scheint es mir etwas zu kurz zu kommen ;-)

Was wir verkünden, müssen wir auch leben. Es geht um ein Bezeugen der Liebe Gottes. Das beeinhaltet Aufmerksamkeit und Sensibilität für die gegebenen Umstände, für die konkreten Menschen, für die jeweilige Situation, für aktuelle Erfordernisse. In ihnen spricht Gott zu uns. [2.2]

Das ist für mich Jesus-Nachfolge. Das ist das Kerngeschäft des Christentums.

Eine individualisierte Gesellschaft erwartet ein möglichst individuelles Eingehen auf den Einzelnen, auf seine Situation, auf seine Biographie, die oft nicht mehr so geradlinig ist, wie man es vielleicht in früheren Zeiten gewohnt war. Eine pluralistische Gesellschaft erfordert eine Pluralität in der Verkündigung… [4.2]

Ja, sehe ich auch so. Deswegen finde ich ‘Weltkatechismen’ und ähnliche Teile auch immer etwas schwierig…

Gefordert wird,

…eine Sprache zu entwickeln, die auf die Erfahrungswelt der Menschen von heute eingeht und zugleich der christlichen Botschaft treu bleibt. [4.2]

Das ist aus meiner Sicht nur sehr selten der Fall. Die Folge:

Die ‘klassischen’ Orte und Gelegenheiten der Verkündigung verlieren an Bedeutung, kirchliche Orte und Angebote werden weniger gesucht, religiöse Gewohnheiten weniger gepflegt. Was man früher nur zu veranstalten brauchte, muss man heute intensiv bewerben und fördern. [4.4]

Dann kommt die Sache mit dem Dialog:

Menschen sind gewohnt, gefragt zu werden und mitzureden. Sie haben Ansichten, Meinungen, Fragen, Zweifel – und artikulieren diese oft sehr direkt. Es ist wichtig, dem Raum zu geben, den Dialog zu suchen – sowohl bei außerkirchlichen wie innerkirchlichen Fragen -, wertschätzend, klar und profiliert. [4.5]

Wertschätzend… Denk ich an München oder Augsburg in der Nacht…

Wichtig ist einerseits, entsprechend dem, was die Kirche sagt, argumentativ auskunftsfähig zu sein, andererseits die tatsächliche Gewichtigkeit von Einzelfragen im Gesamt des Glaubens einordnen zu können; d.h. Differenzen zu benennen, aber nicht überzubewerten, wenn es darüber hinaus viel Gemeinsames gibt, das man mehr betonen sollte. [4.6]

1 Petr 3,15 und die Hierarchie der Wahrheiten; beides ist wichtig, wenn ich einen wirklichen Dialog führen möchte.

Leider nur selten zu hören, aber von großer Bedeutung finde ich auch die Analyse der innerkirchlichen Widersprüche:

Zu allen Zeiten bilden Christen selbst Hindernisse für die Verkündigung: wenn ihr Leben dem Glauben widerspricht, wenn sie selbst unsicher und kleingläubig sind, wenn sie (im Übereifer) im Streben nach einem ‘Erfolg’ andere instrumentalisieren, wenn sie die eigene Beziehung zu Gott vernachlässigen, wenn sie sich dem Frust hingeben, wenn sie miteinander streiten, wenn sie kleinlich und skrupulös sind… -  All das sind Formen von Sünde, die von Gott trennen, die dem Evangelium und dem Vorbild Christi widersprechen und die Verkündigung behindern. Hier ist Ehrlichkeit, Umkehr, Neuorientierung aus den Quellen des Glaubens notwendig. [4.9]

Ich will ja hier nicht das ganze Dokument abschreiben, deshalb verweise ich hier nur auf die Abschnitte 5, 6 und 7, die ich für die besten Teile des Dokuments halte. Da geht es nicht um ‘Wir’ gegen ‘die Anderen’, sondern um zentrale Grundeinstellungen und -haltungen, ohne die keine Zukunft möglich ist.

Weniger gelungen finde ich den zweiten, ‘praktischen’ Teil. Hier wird deutlich, woher das Dokument stammt :-)

Es werden ‘Zielgruppen’ beschreiben, die stark ‘klassisches katholisches Milieu’ abbilden, aber nicht aktuelle gesellschaftliche Untersuchungen (etwa die Sinus-Studie). Dann folgen ‘Anknüpfungspunkte’: ‘Alltag’, ‘Tätige Nächstenliebe’, ‘Pfarre’, ‘Seelsorgeräume – Pfarrverbände’… ‘Wallfahrten und Pilgerwege’, ‘Volksfrömmigkeit’, … ach ja, und da kommt etwas, das heißt ‘Schule’:

Hier begegnen einander gläubige und ungläubige, zweifelnde und suchende, pragmatische und desinteressierte Schüler/innen. Wie kann man aus dieser Situation das Beste machen? [9.11]

Leider wird die Frage nicht wirklich weiter verfolgt, denn es geht weiter, zu wichtigeren Anknüpfungspunkten, wie ‘Ausbildungsorte’,… ‘Präsenz’ [??? War Präsenz vorher nicht erforderlich?]…

Trotz des schwachen ‘praktischen Teils’ gefällt mir der Ansatz des Dokuments sehr gut. Die katholische Kirche ist von der Beweglichkeit her ja kein Jet-Boot, sondern eher ein sehr großer Öltanker. Dieses Dokument steuert in Richtung Zukunft :-)

Tipp: Selber lesen, dann an die eigene Nase fassen (wo muss ich zunächst bei mir selbst anfangen) und dann in den Dialog einsteigen:

… freundlich, argumentierend; dialogisch, nicht ‘von oben herab’; motivierend, nicht vereinnahmend; begleitend, nicht beherrschend. [7.4]

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Liturgische Formeln ändern? Entwarnung.

2. Mai 2012

Ist das nun ein Thema, das eher für viele oder für alle interessant sein könnte?

Wenn ich eingefahrene gewohnte vertraute liebgewonnene Formulierungen ändern möchte, die seit Jahrzehnten ihren Platz im Gottesdienst haben, sollte ich dafür sehr gute Gründe benennen können. Mir hat der Papst ja keinen Brief geschickt, aber ich habe in den Brief an die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz gespickt.

Da mir die dort üblichen Sprachspiele nicht hinreichend vertraut sind, gelang es mir nicht wirklich zu verstehen, was jetzt warum geändert werden soll, wenn doch eigentlich gar nichts anders gemeint sei und irgendwie alles doch beim Alten bleiben solle…

Verstanden habe ich dagegen das mit dem dringendsten Aufruf des Papstes. Eine Katechese soll nun entwickelt werden – für die Priester:

Die Absicht meines Briefes ist es, Euch alle, liebe Mitbrüder, dringendst darum zu bitten, eine solche Katechese jetzt zu erarbeiten, um sie dann mit den Priestern zu besprechen und zugleich den Gläubigen zugänglich zu machen.

Bischof bin ich nicht, Priester bin ich auch nicht, geht mich das also auch nichts an?

Im Brief an die DBK vermisse ich eine gewisse Stringenz der Argumentation. Vielleicht ist Rumgeeiere nicht der passende Ausdruck, aber die Klarheit der Struktur konnte ich nicht richtig erfassen. Hat das keiner nochmal auf Verständlichkeit durchgelesen? Oder war das derselbe, der auch die Entweltlichungs-Rede verfasst hat?

Laien wie ich freuen sich dann um so mehr, wenn sie auf einen Beitrag wie pro multis von Gerd Häfner stoßen (hier). Ob der Papst so etwas mit der Katechese gemeint hat? Mir erscheint hier gut und verständlich erläutert, was ich auf Grundlage der neutestamentlichen Formulierungen ableiten kann – und was nicht. Der Beitrag richtet sich auch nicht gegen den Brief des Papstes, sondern versucht die Begründungen im Papstbrief aus neutestamentlicher Sicht zu ergänzen.

Jetzt kommt die gute Nachricht: Das Ganze (die Änderung liturgischer Formeln) findet gar nicht statt. Wirklich. Der Papst schreibt in seinem Brief ja selbst:

Wir wissen alle durch die Erfahrung der letzten 50 Jahre, wie tief die Veränderung liturgischer Formen und Texte die Menschen in die Seele trifft; wie sehr muss da eine Veränderung des Textes an einem so zentralen Punkt die Menschen beunruhigen. Weil es so ist, wurde damals, als gemäß der Differenz zwischen Übersetzung und Auslegung für die Übersetzung “viele” entschieden wurde, zugleich festgelegt, dass dieser Übersetzung in den einzelnen Sprachräumen eine gründliche Katechese vorangehen müsse, in der die Bischöfe ihren Priestern wie durch sie ihren Gläubigen konkret verständlich machen müssten, worum es geht. Das Vorausgehen der Katechese ist die Grundbedingung für das Inkrafttreten der Neuübersetzung.

Die Hervorhebungen lassen klar werden, dass das eine Ausschlussformel ist.

Konkret verständlich machen :-) Nette Formulierung. Der Papst kann es selbst nicht so formulieren, dass es konkret verständlich wird. Dann schiebt er es auf die Bischöfe ab. Hallo? Welcher katholische Bischof kann etwas konkret verständlich machen, ohne nur Allgemeinplätze zu bedienen oder in geheimnisvolle Sprachhülsen auszuweichen? Bischof Wanke. Und…., ähhh, hmmm. Die anderen fallen mir nur gerade nicht ein. Und die Priester? Die bekommen von oben und unten Druck. Von unten die Unzufriedenheit und von oben die dringendstkonkretverständlichmachen-Aufforderung.

Gibt es gerade katholischerseits wirklich keine dringenderen Probleme?

Verbraucherhinweis: Dieser Beitrag kann Spuren von Haselnüssen, Sesam, Ironie und anderen Stoffen enthalten, auf die empfindliche Personen allergisch reagieren können. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie ihren Hausarzt oder fragen Sie die Packungsbeilage ;-)

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Girls going wild in red light district

14. April 2012

Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie heißen…

Gen 2,23 als Überschrift lockt vermutlich weniger Leser an. Also habe ich den Filmtitel genommen.

Bitte nach den ersten Sekunden nicht wundern, sondern bis zum Schluss schauen, dann wird klar, worum es geht.

In der Kursstufe kann ich mir diesen Film in der Einheit Mensch sein vorstellen, aber auch in der Einheit Gerechtigkeit. Und ich denke, man kann ihn auch in der 9. oder 10. zeigen, wenn es um Wünsche und Sehnsüchte geht.

 

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Wem viel gegeben wird, von dem wird auch viel erwartet

9. April 2012

Ein interessantes Interview mit Melinda Gates findet sich heute in der FAZ. Könnte ich mir gut als Einstieg in die Einheit ‘Gerechtigkeit’ in der Kursstufe vorstellen.

Um nicht in copyrightrechtliche Schwierigkeiten zu kommen, verlinke ich nur, ohne Zitate daraus zu bringen.

Was macht eigentlich Apple mit dem vielen Geld?

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…und der Papst ist schuld!

22. März 2012

So lautet der Titel eines unbedingt lesenswerten Artikels von Josef Bordat, den er in der Sende-Zeit veröffentlicht hat. Den ersten Teil gibt es hier, den zweiten Teil hier, den vollständigen Artikel zum Download als pdf (11 Seiten, die sich lohnen) gibt es hier.

Worum geht es? Lassen wir den Autor selbst zu Wort kommen:

Wer kennt das nicht: In den Kommentaren zu Presseberichten, in Blogs, Foren oder in sozialen Gemeinschaften wie Facebook tauchen – oft aus heiterem Himmel – kirchenkritische Positionen auf, die, bei Lichte betrachtet, den Boden einer Kritik (also: einer wohlbegründeten Unterscheidung; das griechische Wort κρίνειν heißt „scheiden“, „trennen“) längst verlassen haben und in sehr feindseliger, oft aggressiver und dumm-dreister (offenbar als „provokant“ oder gar „mutig“ empfundener) Weise Dinge über die Kirche, die Katholiken oder den Papst behaupten, die – wenn sie denn stimmten – in der Tat eine sachliche oder gar wohlwollende Auseinandersetzung erschwerten.

Wer sich als Katholik im Netz bewegt, wird diese Erfahrung schon mehr als einmal gemacht haben. Wobei ich die aggressive und dumm-dreiste Weise der Kirchenkritik sowohl aus der Ecke erlebt habe, die sich für aufgeklärt, humanistisch und vernünftig hält, als auch aus der Ecke, die sich für den heiligen Rest hält, der die angeblich wahre Kirche vertritt. Erinnert sei auch an die unsägliche Äußerung zu ‘theologischen Zwergen’ aus dem Mund eines immerhin habilitierten Theologen.

Ich habe auch schon auf so etwas reagiert (durch Kommentare oder den Versuch einer sachlichen Kritik). Meine Erfahrungen decken sich mit dem von Josef Bordat beschriebenen Diskussionsverlauf:

Der Hass steigert sich erst stakkatoartig, meist über Schlüsselbegriffe (menschenverachtend, frauenfeindlich, Hexen, Kreuzzüge, Zölibat etc.), bis zur größtmöglichen Pauschal-Groteske (Alle, die heute zur Kirche gehören, sind „verantwortlich“ für das, was vor 60 oder 500 oder 900 Jahren geschah, machen sich also „mitschuldig“).

Wer mehr vom selben Autor lesen möchte, sei auf Jobo 72′s Weblog verwiesen. Hier schreibt Josef Bordat mal kurz und knapp, mal sehr ausführlich, aber meistens interessant. Im heutigen Beitrag – Quod erat demonstrandum – liefert er Anschauungsmaterial für seine Aussagen aus Kommentaren bei tagesschau.de.

PS: Sende-Zeit ist der Blog der Medienpastoral im Erzbistum Freiburg, nicht der der Mediathek Freiburg. Da beide Einrichtungen aber eng miteinander verknüpft sind, sei mir die in früheren Beiträgen erfolgte ungenaue Bezeichnung nachgesehen ;-)

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14 gute Gründe, warum ich mich nicht wasche

19. März 2012

Nicht neu, aber immer wieder gut: 14 gute Gründe, warum ich mich nicht wasche:

  1. Ich wurde als Kind immer gezwungen, mich zu waschen.
  2. Menschen, die sich waschen, sind Heuchler. Sie glauben, sie wären sauberer als andere.
  3. Es gibt so viele Sorten Seife. Ich kann unmöglich wissen, welche die richtige für mich ist.
  4. Ich habe mich einmal gewaschen. Aber ich finde es langweilig.
  5. Natürlich wasche ich mich: Einmal im Jahr zu Weihnachten. Das reicht mir.
  6. Alle meine Freunde finden Waschen blöd und überflüssig.
  7. Wenn ich älter bin, kann ich ja vielleicht anfangen, mich zu waschen.
  8. Ich habe keine Zeit, mich zu waschen.
  9. Die Atmosphäre im Badezimmer ist viel zu kalt und steril.
  10. Die Seifenhersteller sind doch nur hinter meinem Geld her.
  11. Ich kann auch draußen in der Natur sauber werden. Der Wind bläst mich sauber.
  12. Wenn du dich wäscht, ist das schön für dich. Ich fühle mich auch ohne Waschen gut.
  13. Leute, die sich waschen, haben einen Waschzwang und gehören in psychotherapeutische Behandlung.
  14. Meine Eltern haben sich immer gewaschen. So wie die will ich nie werden.

Ohne Vorwarnung einsetzbar in der Einheit Kirche, wenn es um Gründe geht, warum Jugendliche kaum in Gottesdiensten anzutreffen sind oder generell Gottesdienstbesuchszahlen zurückgehen. Auf Folie und kommentarlos nach und nach aufdecken. Positive Emotionen (Lachen) sind eine gute Grundlage für effektives Lernen. Was in den Gesprächen danach zur Stichhaltigkeit dieser Gründe gesagt wird, bleibt länger im Gedächtnis der Schüler haften.

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Buchtipp: Heiliger Krieg

17. März 2012

Solide Infos zu den Kreuzzügen gibt es für 7,00 Euro (plus Versand) bei der Bundeszentrale für politische Bildung.

Jonathan Phillips hat vor ziemlich genau zwei Jahren (09. März 2010) ein Buch zur ‘neueren Geschichte der Kreuzzüge’ herausgebracht. Die englische Ausgabe gibt es als Taschenbuch für 10,10 Euro, deutsch gibt es aber nur die Hardcover-Variante – für 29,99 Euro.

Dank der bpb gibt es nun auch eine preiswerte deutsche Ausgabe. Das Angebot der bpb lohnt immer wieder einen Besuch.

Nicht alle finden das Buch toll (hier eine weniger überzeugte Rezension aus der sich humanistisch nennenden Ecke), aber ich bin kein Historiker mit Schwerpunkt Kreuzzüge, sondern ein interessierter Leser. Als Alternative bietet sich noch das Werk ‘Die Kreuzzüge‘ von Thomas Asbridge an (deutsche Ausgabe für 39,95 Euro – Klett-Cotta kostet eben).

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Jugendliche – Kirche – Sinus

17. März 2012

In der Kursstufe 1 (11. Klasse) ist gerade die Einheit ‘Kirche’ dran. Eines meiner Lieblingsthemen, das ich mit großer Hingabe und Freude unterrichte, außer es wäre gerade kein Sternchenthema für das Abitur ;-)

Ich erfahre selten, dass sich Schüler überhaupt nennenswert für religiöse Inhalte begeistern oder interessieren. Die anthropologischen Themen stoßen meistens auf großes Interesse, aber da, wo es so richtig an das religöse Eingemachte geht, ist das Interesse doch eher überschaubar.

Nun gut. Ich muss das Thema unterrichten, also suche ich nach geeignetem Material. Um meinen Schülern zu erleichtern, sich und ihre Position zur Kirche einzuordnen, halte ich die Sinusstudie für ein brauchbares Instrument. Die Schüler können erkennen, welche Möglichkeiten es überhaupt so gibt und sie können versuchen, sich einzuordnen. Manche kommen dadurch vielleicht zum ersten Mal in einen Reflexionsprozess hinein, der sie erkennen lässt, welche Gestaltungs- und Steuerungsmöglichkeiten sie selbst haben.

Gut gefallen hat mir eine Zusammenfassung der Ergebnisse von Marc Calmbach, die hier als PDF zu finden ist. Etwas ausführlicher vorgestellt (aber mit Grafiken in schlechterer Qualität) gibt es das Ganze auch hier als PDF.

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Jesus Christus – kurz gefasst

13. März 2012

Gerd Häfner hat die Professur für biblische Einleitung an der katholischen Fakultät der LMU München inne. Ich kannte bisher seinen lesenswerten Blog Lectio brevior. Nun habe ich das Material entdeckt, das er im Rahmen eines Repetitoriums für Lehramtsstudierende zum Thema “Grundbotschaft des Neuen Testaments – Wirkung und Sendung Jesu” ins Netz gestellt hat.

Wer in der Kursstufe die Einheit Jesus Christus unterrichtet, findet hier eine sehr übersichtliche und gut gegliederte Zusammenfassung wesentlicher Aspekte. Natürlich nicht alles (ist ja ‘nur’ für Lehramt), aber sicher weit mehr, als in der Kursstufe benötigt wird.

Hier sind die Themen der einzelnen Sitzungen:

  • Der Begriff »Gottesherrschaft« und sein alttestamentlich-frühjüdischer Hintergrund
  • Jesu Vergebungsbotschaft
  • Die Seligpreisung der Armen
  • Das Ethos Jesu (aufgezeigt an den Antithesen Mt 5,21-48)
  • Nachfolge und Jüngerschaft
  • Die Wundergeschichten der Evangelien
  • Die Überlieferung vom letzten Mahl Jesu
  • Das neutestamentliche Osterzeugnis anhand von 1Kor 15,3ff

Zu jedem Thema gibt es eine pdf-Datei mit den Inhalten und eine weitere mit Literaturangaben dazu (sehr interessant). Hier der Link zu den Materialien. Wer mag, kann sich auch noch die Folien zur Vorlesung “Jesus von Nazareth – Weg und Wirkung” anschauen (bzw. herunterladen). So gut aufbereitetes Material gab es während meiner Studienzeit leider nicht. Ein toller Service, den die Münchener Studierenden hoffentlich zu schätzen wissen.

Aus dem katholischen Bereich habe ich bisher keine ähnlich ausgewogene und lesbare Darstellung gefunden. Leider sind wir (Katholiken) im Netz weniger gut vertreten, als evangelikale, calvinistische oder freikirchliche Gruppen. Deren Angebote sind oft optisch ansprechend gestaltet, aber inhaltlich habe ich damit natürlich häufig gewisse Schwierigkeiten.

Wem das Material gefällt, der kann sich auch noch das Repetitorium “Grundwissen Neues Testament” in vergleichbarer Qualität anschauen. Auch hier gibt es reichhaltiges Material.

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