Fortsetzung folgt

10. Januar 2014

Den Reliblog in seiner bisherigen Konzeption habe ich ja vor einigen Monaten eingestellt. Nun gibt es die Fortsetzung. Das ist natürlich kein Blog mit Anleitungen zum Schreiben von Postkarten oder der Bedienung von Telefonen mit Wählscheiben (vgl. hier).

Ich blogge inzwischen unter Verschiedenes. Nomen est omen. Es geht unter Verschiedenes nicht nur um den Religionsunterricht. Auch andere Bereiche, die mich schulisch beschäftigen und mit denen ich mich auseinandersetze, werden dort ihren Platz finden.

Was erwartet potentielle Leser dort?

  • Hinweise auf Filmbeiträge (meistens Kurzfilme), die entweder direkt im Unterricht einsetzbar sind, oder die mich als Lehrer zum Nachdenken bringen.
  • Hinweise auf interessante Literatur.
  • Gelegentlich sicher auch etwas Frust ;-) Geteiltes Leid ist halbes Leid.
  • Beiträge, die ich für meine Psychologie-Kurse für brauchbar halte.

Was läuft in der Kategorie ‘irgendwann’?

Wenn ich die Bildungsplanreformen für den Religionsunterricht anschaue, bin ich – vorsichtig formuliert – not amused. Anscheinend müssen immer noch mehr ‘Kompetenzen’ reingepackt werden, um ideologischen Vorgaben gerecht zu werden. Ich hätte gerne eine kleines, aber feines Spiralcurriculum. Aus theologischer Sicht wichtige Themen sollten dort so behandelt werden, dass sie noch Kontakt zur Lebenswelt der Schüler haben, dass sie Basics darstellen, von denen eine eigenständige und – je nach Interesse und Reifungsgrad – vertiefte Auseinandersetzung mit den ‘großen Fragen’ ihren Ausgang nehmen kann. Unter Verschiedenes werde ich ‘irgendwann’ genauer beschreiben, was mir vorschwebt.

Alle bisherigen Leserinnen und Leser des Reliblogs sind herzlich eingeladen, unter Verschiedenes weiterzulesen, zu kommentieren und ihre Ideen und Anregungen mit mir zu teilen.

 

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Ende des Blogs

19. Juli 2013

Angefangen hat der Reliblog als Nebenprodukt von Lehrerfortbildungen. Da ging es um Computer, digitale Medien und all so Zeug. Altgedienten und frischeren Kollegen sollte ein bisschen Einblick in die technischen Möglichkeiten und Angebote gegeben werden.

Damals war ich noch mit einer halben Stelle am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg. Inzwischen bin ich wieder ganz an der Schule. Das macht sich durch eine deutliche reduzierte Artikelhäufigkeit bemerkbar. Schule macht Arbeit, da müssen Sachen wie der Reliblog eben nebenbei laufen, mit geringer Priorität.

Nun ist es soweit: Ich stelle den Reliblog ein. Ich sehe keinen großen Sinn mehr darin, meine Freizeit in etwas zu investieren, das von offizieller Seite massiv unter Beschuss steht.

Wenn es nach den zuständigen Ministerien geht, darf ich mit Schülern nur per Moodle (uuh, wie attraktiv) oder per Briefpost kommunizieren. Alles andere kommt in die Pfui-Ba-Kiste. Warum? Aus ehrenwerten, weil datenschutzrechtlichen Gründen. Hier die entsprechenden Vorgaben:

Generell ist die Verarbeitung von personenbezogenen Daten im Rahmen der schulischen Arbeit auf Sozialen Netzwerken von Anbietern unzulässig, soweit deren Server außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes betrieben werden, es sich um US-Amerikanische Unternehmen handelt oder ein Zugriff von außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes möglich ist. Der Grund dafür ist, dass die dortigen Datenschutzstandards nicht mit deutschen und europäischen Datenschutzstandards in Einklang stehen. Ferner sind die AGBs bzw. Nutzungsbedingungen nicht mit dem deutschen Datenschutzrecht zu vereinbaren.
Daher ist von der Nutzung von sozialen Netzwerken zu dienstlichen Kommunikationszwecken abzusehen, da diese den geltenden Standards des Landesdatenschutzgesetzes (LDSG) nicht genügen. Dies bedeutet konkret für Lehrkräfte und Schulen, dass jegliche dienstliche Kommunikation auf oder mittels Sozialen Netzwerken sowohl zwischen Lehrkräften und Schülern als auch der Lehrkräfte untereinander unzulässig ist. Darunter fällt die Mailkommunikation innerhalb von Sozialen Netzwerken ebenso wie Chats, aber auch der dienstliche Austausch personenbezogener Daten wie das Mitteilen von Noten, ferner das Einrichten von Arbeits- und Lerngruppen zum Austausch von verschiedensten Materialien, die Vereinbarung schulischer Termine und Informationen zu Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen. Für alle diese Zwecke gibt es bereits Kommunikationswege, wie beispielsweise der konventionelle Schriftverkehr oder die Nutzung von verschlüsselten E-Mails einschlägiger Anbieter. Hinweise zur Nutzung von E-Mail finden Sie auf www.it.kultus-bw.de und dem Lehrerfortbildungsserver unter http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/recht/ds_neu/daten/email/ und http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/recht/ds_neu/daten/email_unter/ [Hinweis: vor 17 Monaten zum letzten Mal aktualisiert].  Ferner können Arbeits- und Lerngruppen oder der Austausch verschiedener Materialien beispielsweise mit Moodle als datenschutzfreundliche Alternative realisiert werden. [Quelle: http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/recht/ds_neu/soziale_netze/]

Alles klar. Wozu Hinweise auf attraktive Nutzungsmöglichkeiten, wenn ich sie nicht nutzen darf. Entscheidungsgrundlage für diese Entscheidung des KM ist u.a. der Ergebnisbericht der Innenministerkonferenz vom 4. April 2012. Ja, die Innenminister, die kennen sich da  ja ganz toll aus, mit der Sicherheit…

Macht’s gut, viel Spaß auf der Reise zurück in die Achtziger. Vielleicht mache ich einen neuen Blog auf. Da lernen wir dann, wie man eine Postkarte schreibt, oder ein Telefon mit Wählscheibe bedient. Fortgeschrittenen könnte ich zeigen, wie man einen Film mit Video 2000 aufzeichnet. Wisst ihr noch?

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Wer Ohren hat…

26. Juni 2013

… zu hören, der kann sich damit auch Podcasts anhören.

Einige interessante Vorträge zum Download als MP3-Dateien bieten die Theologischen Kurse aus Österreich. Auf einer Unterseite werden u.a. angeboten:

Herumstöbern lohnt sich. Ein Herzlicher Dank an MFThK für den Hinweis :-)

 

 

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Alte Liebe…

12. Juni 2013

Gibt es das heute noch? Werden im Jahr 2079 (also in 66 Jahren) Menschen, die jetzt heiraten, solche Videos aufnehmen?

 

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Lehrer sein

5. Juni 2013

Jeder ist ein Bildungsspezialist. Alle können mitreden. Jeder war mal in der Schule. Jeder weiß, wie es geht. Bildungspolitiker wissen es sogar alle besser.

Leider steht bei den Lebensläufen der Mitglieder von Landesregierungsberatungskommissionen nie dabei, wie viele Unterrichtsstunden sie so pro Schuljahr gehalten haben. Angesichts der Vorschläge solcher Kommissionen dürfte es sich um eine sehr kleine Zahl handeln.

Angesichts der bildungspolitischen Ziele dieser meiner Landesregierung frage ich mich schon manchmal, ob ich auf einem anderen Planeten lebe, mit anderen Schülern, die völlig anders gestrickt sind als die (bildungs-)politischen Vorstellungen es annehmen.

Umso mehr habe ich mich über einen wunderbaren TED-Vortrag gefreut, den eine echte Lehrerin gehalten hat. Rita F. Pierson kann ich mir sehr gut in Alltag einer Schule vorstellen, als Fels in der Brandung, nicht als Lernbegleiterin sich eigenständig bildender Monaden.

Ihre Ideen und Aussagen sind viel näher an dem, was ich jeden Tag mit Schülern erlebe. Hier ist ihr kurzer Vortrag:

Ein herzlicher Dank an Güntzel Schmidt, der den Link dazu getwittert hat.

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Organspende und andere ethische Entscheidungen

1. Mai 2013

Eigentlich…. Eigentlich wollte ich doch schon längst…

Das Schöne an uns Menschen ist, dass wir unangenehme Entscheidungen gerne lange vor uns her schieben. Leider verschwinden sie dabei höchstens aus dem Fokus unserer Aufmerksamkeit, aber nicht aus unserem Leben.

Am Beispiel der Organspende macht das ein kleiner Film deutlich. Zwei Männer unterhalten sich über das Für und Wider der Organspende. Zur Dramatik des Gesprächs trägt nicht unwesentlich bei, dass sie dabei in einem Auto sitzen, das in einer sehr instabilen Situation über einem Abgrund hängt und jeden Moment hinabstürzen kann.

Über das Ende werde ich hier natürlich nichts verraten…

 

Kurzfilm “Die Entscheidung” from Leo Burnett Schweiz on Vimeo.

 

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Que sera sera

28. April 2013

Da sitzen sie vor mir. Jung. Manchmal voller Energie. Manchmal energielos. Gelangweilt. Interessiert. Unfertig.

Meine Schüler.

Was wird aus ihnen werden? Welche Pläne haben sie für ihr Leben? Wie wird ihr Leben tatsächlich ablaufen?

Die Fülle der Möglichkeiten veranschaulichen die Fotografien aus der Serie Half von Roman Sakovich. Er zeigt Menschen, die für die Fotoserie in eine erfolgreiche und eine nicht erfolgreiche Hälfte gestylt worden sind. Die Fotos (sechs Motive) kann ich mir gut als Einstieg in eine Einheit zur Identität bzw. Stärken/Schwächen in der Mittelstufe, aber auch in der Anthropologie-Einheit der Kursstufe vorstellen.

Alle Möglichkeiten stecken in uns. Wir sind mit dafür verantwortlich, welches Potential in Realitäten umgesetzt wird.

Aufmerksam wurde ich auf die Fotos durch einen Beitrag in I-REF. Dort wird auch betont, dass mit diesem Projekt um Empathie und Verständnis für die weniger gelungenen Lebensläufe geworben werden soll.

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Was für ein Mann

24. April 2013

Bei Ameleo gefunden und so gut, dass es unbedingt weitergesagt werden muss:

 

 

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Globalisierung des Papsttums

19. April 2013

Es gibt einige Brüder und Schwestern im Herrn, denen Benedikt XVI. ungeheuer gut getan hat. Er vertrat Positionen, die ihnen wichtig sind, er vertrat ‘ihre Kirche’ in der Öffentlichkeit so, wie sie es für angemessen halten.

Und dann kam Franziskus. Erst kurzer Jubel, inzwischen eher Irritationen, z.T. auch Beiträge, die aus meiner Sicht völlig daneben und ziemlich unlustig sind. Der Papst – so mein Eindruck – ist für diese Art von Katholiken ungeheuer wichtig, toll, sakrosankt – solange er die eigenen Positionen vertritt. Macht er das, ist die Welt in Ordnung und alle anderen, die an der Position des Papstes auch nur ein bisschen rummachen, sind des Teufels, keine echten Katholiken ‘und überhaupt!’ (die Komplexität der Argumentation ist meistens recht überschaubar).

Aber WEHE! Wehe der Papst trägt nicht irgendeinen Stofffummel, wenn er auf einen Balkon tritt. Und wehe er nimmt Rücksicht auf seine Gesundheit und kniet einmal zu wenig. Wenn so etwas mehrfach auftritt, dann kippt die blinde Papstverehrung (B16) schnell in sehr kritische, spitze oder auch trotzig-pampige Beiträge in den einschlägigen Blogs und Plattformen.

Interessante Reflexionen zu diesem Verhalten bietet ein sehr lesenswerter Beitrag von Christian Stoll in der IKaZ (Internationale Katholische Zeitschrift Communio): Abschied von Europa. Anmerkungen zur Globalisierung des Paptsttums, IKaZ 42 (2013), 287-293. Er ist als PDF-Datei offen verfügbar und kann hier heruntergeladen werden.

“Die ersten Gesten und Äußerungen des Papstes aus der ‘neuen Welt’ deuten… darauf hin, dass Franziskus das Selbstverständnis eines europazentrierten Christentums infrage stellen wird. Europäer, die ihre jahrhundertelange Pracht des Petrusamtes schon in Eigentum übergehen sahen, werden bereits jetzt daran erinnert, dass es einen Unterschied zwischen dem Christentum und dem kulturellen Erbe Europas gibt. Mit dem neuen Pontifikat nimmt ein Lernprozess seinen Anfang, der für europäische Christen nicht ohne Zumutungen sein wird.” [S. 288]

Das ist keine bedrohliche Entwicklung. Eher eine interessante Herausforderung. Die Wahrheit wird euch frei machen, sagt Jesus nach Joh 8 in einer Diskussion mit Menschen, die ihre Glaubensposition kompromisslos vertreten wollen. Jesus sagt nicht, dass es einfach, immer angenehm und problemlos ist, sich der Wahrheit zu stellen bzw. sich immer wieder neu auf die Suche nach der Wahrheit zu machen.

“Die Entkoppelung des Papsttums von einem europäischen Blick auf Gott und Welt ist… theologisch unproblematisch. Vom galiläischen Fischer bis zum Jesuiten aus Buenos Aires – die Universalität des Petrusamtes wird durch wechselnde kulturelle Horizonte der jeweiligen Amtsträger nicht beeinträchtigt, sondern verdeutlicht.” [S. 292]

Wer sich gerne auf Traditionen beruft, sollte wenigstens gewisse geschichtliche Grundkenntnisse mitbringen (oder sich erarbeiten), bevor er manche – scheinbar neuen – Entwicklungen oder Vorgehensweisen verurteilt. Ich bin gespannt, wohin wir uns als Kirche mit Franziskus bewegen werden. Ich hoffe, dass der fast zweitausendjährige Erfahrungsreichtum der Kirche breiter gewürdigt werden wird als bisher, damit sowohl der galiläische Fischer als auch der Jesuit aus Buenos Aires ihre Erkenntnisse und Erfahrungen einbringen können.

“Europäische Katholiken werden Zeit brauchen, um sich nach dem großen Europäer Benedikt XVI. an die neue Gestalt des Papsttums zu gewäöhnen. Dennoch kann dieser Prozess auch heilsam sein. Die Globalisierung des Papsttums bietet die Chance, die Überlieferung des christlichen Glaubens vom kulturellen Kontext Europas deutlicher zu unterscheiden.” [S. 293]

Danke an den Hinweis auf den Artikel von Christina Stoll im Münsteraner Forum für Theologie und Kirche (MFThK).

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Methodisches: Recherchieren

18. April 2013

Eine sehr gut geschriebene und praxisnahe Anleitung zum Recherchieren für Referate, GFS etc. hat Andreas Kalt ins Netz gestellt. Wer Schüler schon mal nach ihren Recherche-Methoden gefragt hat, wird schnell merken, dass häufig sehr wenig Methode und viel Zufall dabei ist.

Im Beitrag werden einzelne Dienste und Möglichkeiten knapp vorgestellt und Vor- bzw. Nachteile genannt. Außerdem sind weiterführende Links zu anderen interessanten Artikel eingebaut.

Auch Kollegen dürften von den Hinweisen profitieren, denn auch unter Lehrern ist die ein-Wort-Suche mit Google noch sehr verbreitet – und dann die ersten drei Treffer ausdrucken ;-)

Nachtrag: Noch ein Hinweis von Andreas (danke für den superschnellen Hinweis – wenige Minuten nach Veröffentlichung des Beitrags): Ergänzend dazu gibt es auch noch einen Grundlagenartikel: ak-u.de/recherche

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