Archiv

Archiv für die Kategorie ‘Allgemeines’

Ende des Blogs

19. Juli 2013

Angefangen hat der Reliblog als Nebenprodukt von Lehrerfortbildungen. Da ging es um Computer, digitale Medien und all so Zeug. Altgedienten und frischeren Kollegen sollte ein bisschen Einblick in die technischen Möglichkeiten und Angebote gegeben werden.

Damals war ich noch mit einer halben Stelle am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg. Inzwischen bin ich wieder ganz an der Schule. Das macht sich durch eine deutliche reduzierte Artikelhäufigkeit bemerkbar. Schule macht Arbeit, da müssen Sachen wie der Reliblog eben nebenbei laufen, mit geringer Priorität.

Nun ist es soweit: Ich stelle den Reliblog ein. Ich sehe keinen großen Sinn mehr darin, meine Freizeit in etwas zu investieren, das von offizieller Seite massiv unter Beschuss steht.

Wenn es nach den zuständigen Ministerien geht, darf ich mit Schülern nur per Moodle (uuh, wie attraktiv) oder per Briefpost kommunizieren. Alles andere kommt in die Pfui-Ba-Kiste. Warum? Aus ehrenwerten, weil datenschutzrechtlichen Gründen. Hier die entsprechenden Vorgaben:

Generell ist die Verarbeitung von personenbezogenen Daten im Rahmen der schulischen Arbeit auf Sozialen Netzwerken von Anbietern unzulässig, soweit deren Server außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes betrieben werden, es sich um US-Amerikanische Unternehmen handelt oder ein Zugriff von außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes möglich ist. Der Grund dafür ist, dass die dortigen Datenschutzstandards nicht mit deutschen und europäischen Datenschutzstandards in Einklang stehen. Ferner sind die AGBs bzw. Nutzungsbedingungen nicht mit dem deutschen Datenschutzrecht zu vereinbaren.
Daher ist von der Nutzung von sozialen Netzwerken zu dienstlichen Kommunikationszwecken abzusehen, da diese den geltenden Standards des Landesdatenschutzgesetzes (LDSG) nicht genügen. Dies bedeutet konkret für Lehrkräfte und Schulen, dass jegliche dienstliche Kommunikation auf oder mittels Sozialen Netzwerken sowohl zwischen Lehrkräften und Schülern als auch der Lehrkräfte untereinander unzulässig ist. Darunter fällt die Mailkommunikation innerhalb von Sozialen Netzwerken ebenso wie Chats, aber auch der dienstliche Austausch personenbezogener Daten wie das Mitteilen von Noten, ferner das Einrichten von Arbeits- und Lerngruppen zum Austausch von verschiedensten Materialien, die Vereinbarung schulischer Termine und Informationen zu Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen. Für alle diese Zwecke gibt es bereits Kommunikationswege, wie beispielsweise der konventionelle Schriftverkehr oder die Nutzung von verschlüsselten E-Mails einschlägiger Anbieter. Hinweise zur Nutzung von E-Mail finden Sie auf www.it.kultus-bw.de und dem Lehrerfortbildungsserver unter http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/recht/ds_neu/daten/email/ und http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/recht/ds_neu/daten/email_unter/ [Hinweis: vor 17 Monaten zum letzten Mal aktualisiert].  Ferner können Arbeits- und Lerngruppen oder der Austausch verschiedener Materialien beispielsweise mit Moodle als datenschutzfreundliche Alternative realisiert werden. [Quelle: http://lehrerfortbildung-bw.de/sueb/recht/ds_neu/soziale_netze/]

Alles klar. Wozu Hinweise auf attraktive Nutzungsmöglichkeiten, wenn ich sie nicht nutzen darf. Entscheidungsgrundlage für diese Entscheidung des KM ist u.a. der Ergebnisbericht der Innenministerkonferenz vom 4. April 2012. Ja, die Innenminister, die kennen sich da  ja ganz toll aus, mit der Sicherheit…

Macht’s gut, viel Spaß auf der Reise zurück in die Achtziger. Vielleicht mache ich einen neuen Blog auf. Da lernen wir dann, wie man eine Postkarte schreibt, oder ein Telefon mit Wählscheibe bedient. Fortgeschrittenen könnte ich zeigen, wie man einen Film mit Video 2000 aufzeichnet. Wisst ihr noch?

Allgemein, Allgemeines Beitrag drucken

Lesenswert: IRP Blog

15. Juni 2012

Gerade kam der IRP Newsletter rein (IRP = Institut für Religionspädagogik Freiburg). Den habe ich brav gelesen und – Überraschung – einen Hinweis auf den IRP Blog gefunden. Entweder ging das bisher irgendwie bei mir unter oder ich leide an selektiver Wahrnehmung.

Wie auch immer: Lesenswert und gleich den RSS-Feed im Reader abonnieren: der IRP Blog. Ich werde mich noch rückwärts durch das Archiv lesen, denn den Blog gibt es seit Januar 2011.

Eine der schönen Seiten des Internets besteht für mich darin, dass es mein Gedächtnis auffrischt. Ich stoße immer wieder auf Bekanntes, das ich einfach vergessen habe. Und es gibt immer wieder Neues, Unbekanntes, das meine eigene Praxis bereichert 🙂

Allgemeines, Arbeitshilfe Beitrag drucken

Girls going wild in red light district

14. April 2012

Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie heißen…

Gen 2,23 als Überschrift lockt vermutlich weniger Leser an. Also habe ich den Filmtitel genommen.

Bitte nach den ersten Sekunden nicht wundern, sondern bis zum Schluss schauen, dann wird klar, worum es geht.

In der Kursstufe kann ich mir diesen Film in der Einheit Mensch sein vorstellen, aber auch in der Einheit Gerechtigkeit. Und ich denke, man kann ihn auch in der 9. oder 10. zeigen, wenn es um Wünsche und Sehnsüchte geht.

 

Allgemeines, Video Beitrag drucken

Das Leben in Fülle, oder: In fünf Jahren von Montana nach Sachsen

18. Oktober 2011

Ein schönes, ausgefülltes und glückliches Leben wünschen sich viele Menschen. Aber zwischen Wunsch und Realität klaffen oft sehr große Lücken. Die Kunst des Lebens besteht darin, sie aushalten zu lernen oder sie zu verkleinern.

Keine Lösung ist es aus meiner Sicht, sich der Realität einfach durch Flucht zu entziehen.

Vor fünf Jahren habe ich über ein Projekt des Bundesstaats Montana in den USA geschrieben. Es ging um die Eindämmung der Verbreitung von Meth, einer synthetischen Droge.

Inzwischen hat das Zeug sich auch bei uns ziemlich verbreitet. In der FAZ von heute  ist ein deprimierender Artikel darüber zu finden. Ich denke, dass Sachsen auch bei uns in Baden-Württemberg ist.

Hier eine kleine Aufzählung der ‚Nebenwirkungen‘ (aus dem Wikipedia-Artikel zu Meth):

  • Schwächung des Immunsystems
  • Hautentzündungen
  • Haarausfall
  • Zahnausfall (sog. „Meth-Mund“)
  • Magenschmerzen
  • Magendurchbruch
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schlafstörungen
  • Erhöhte Körpertemperatur (Hyperthermie)
  • Paranoide Wahnvorstellungen aufgrund des Schlafmangels
  • Akutwerden einer latenten Schizophrenie
  • Übersteigerte(r) Egozentrik/Narzissmus
  • Aggressivität

 


				

Allgemeines Beitrag drucken

Nur eine Schachtel?

12. August 2011

Ferienzeit ist manchmal auch Zeit der Langeweile. Was eine Schachtel daran alles ändern kann, zeigt der schöne Film „The Adventures of a Cardboard Box“.

The Adventures of a Cardboard Box from Studiocanoe on Vimeo.

Der Schluss gefällt mir sehr gut. Erinnerungen sind oft das Einzige, was bleibt…

Allgemeines, Video Beitrag drucken

Mail von Herder

19. Januar 2011

Letzte Woche hatte ich in einem Beitrag meinen Unmut über fehlende Informationen zu Büchern aus dem Herder-Verlag geäußert. Darin hatte ich auch Leser mit Kontakten zu Herder gebeten, mein Anliegen vorzubringen. Aber viel Hoffnung hatte ich -ehrlich gesagt – nicht.

Es gibt aber so einen Leser mit Kontakten zu Herder, der hat sich auch die Mühe gemacht, die Kontakte zu kontaktieren und heute kam eine freundliche und informative Mail von Herder. Darüber habe ich mich sehr gefreut (herzlichen Dank an alle Beteiligten). Mal schauen, ob sich mittelfristig die ‚Informationslage‘ verbessert.

Den Artikel hatte ich nach Recherchebemühungen um ein Herder-Buch geschrieben, die nur von sehr geringer Ausbeute gekrönt waren. Da es mir ja nicht um ‚Herder‘-Bashing geht, habe ich vorhin auch mal bei Vandenhoeck & Ruprecht, Grünewald und UTB nachgeschaut. Oh Mann. Auch dort sieht es ziemlich mau aus mit Zusatzinfos.

Vielleicht braucht es einfach einen early adopter, der mit gutem Beispiel vorangeht und eine flächendeckende Veränderung einleitet… Vielleicht kommt der ja aus Freiburg 😉

Allgemeines, Bücher Beitrag drucken

Und nun zum Sport

6. Dezember 2010

Ehrlich gesagt, bin ich nicht gerade ein Sportfan. In meiner Zeitung überblättere ich den Sportteil, zur Erheiterung meines gesamten Umfelds kenne ich keine Fußballspieler, selbst, wenn sie schon Ewigkeiten in der Bundesliga spielen.

Trotzdem heute ein sportlicher Hinweis. Anschauen, lesen, welche Medaillen gewonnen wurden und sich von Ende überraschen lassen:

Passt zur Einheit Anthropologie in der Kursstufe oder der Stärken-Schwächen-Einheit in der 7./8. Klasse.

Allgemeines, Präsentationen Beitrag drucken

Moments

7. November 2010

Das digitale Aufräumen lohnt sich doch immer wieder. Eigentlich hatte ich diesen Film schon längst unter ‚vorgestellt‘ abgehakt. Anscheinend ist dem aber nicht so.

Es ist einfach schön, finde ich:

Moments from Everynone on Vimeo.

Nachtrag: Hah. Hatte ich doch schon mal vorgestellt (hier). Ich habe nur nicht weit genug nach hinten gesucht. Na ja. Kann man auch ein zweites Mal anschauen 😉

Allgemeines, Theologisches, Video Beitrag drucken

Über Wasserbüffel und die Zukunft

7. November 2010

Gestern habe ich eine interessante Interpretation von Lk 17,20-37 gelesen. Da geht es um das Reich Gottes. Wo ist es, lautet die interessante Frage.

Vielleicht ist es hier schon erfahrbar…

Allgemeines, Theologisches, Video Beitrag drucken

Kannitverstan

9. Oktober 2010

Fachsprache: Jede Fachwissenschaft zeichnet sich dadurch aus und grenzt sich gegen andere Wissenschaften ab. Tja. Leider soll ich als Religionslehrer nun in verständliche Sprache (bzw. verdauliche Kost) übersetzen, was da alles so an theologischen Brühwürfeln unterwegs ist.

Ich bereite gerade eine Doppelstunde für 13er vor. Es geht um ‚Gerechtigkeit im Reich Gottes‘. Schön. Was ist das Reich Gottes? Ich hätte gerne einen knappen, verständlichen und inhaltlich korrekten Text als erste Orientierung für meine Schüler. Das, was ich bisher habe, genügt mir nicht. Nach (zu) langer Suche habe ich im ‚Grundwissen Religion‚ von Kaldewey und Niehl die brauchbarste Vorlage gefunden.

Aber selbst dort sind solche Sätze zu finden:

Als Überbietungsgeschichten zeigen Gleichnisse also, woran es im Leben fehlt. Damit bieten die Gleichnisse aber keinesfalls eine Definition der Herrschaft Gottes; sie legen nicht fest, was erlöstes Leben ist…

Überbietungsgeschichten. Was werden sich meine 13er wohl darunter vorstellen? Bei Google gibt es 28 (!) Treffer zu Überbietungsgeschichten. Die führen dann z.T. zu solchen Stellen:

Führt Barbara Vinken die Trias der Bovary-Forschung zusammen, so widmet sich Manfred Schneider der Trias der „ästhetische[n] Medien“ Literatur, Musik und bildender Kunst, die er durch eine „radikale Fraktion der Moderne“ reorganisiert sieht. Sie schließe zum einen an „die ästhetischen und sezzesionistischen Revolten“ des Fin de Siécle an, gehe aber zum anderen auch auf Grundsätze zurück, die von der Historie der „ikonoklastischen Dogmatik“ zur Verfügung gestellt werden. Sein Ansatz führt ihn zu dem Schluss, dass sich „alle radikalen Kunsttendenzen der Moderne“ als „Reduzierung“ beschreiben lassen, die paradoxer Weise durch „gewalttätige Überbietung“ erreicht werden. Denn die radikale Moderne sei „von dem teleologischen Eifer durchdrungen“, „sich selbst als Ende oder Ziel einer Überbietungsgeschichte auszurufen“. In dieser Hinsicht, so stellt Schneider zu Recht fest, sei Immanuel Kant der „theoretische Ahnherr“ der Moderne. Zwischen Kants Tod 1804 und dem von Schneider untersuchten Zeitraum liegt nun allerdings ein ganzes Jahrhundert. So scheint dem Autor entgangen zu sein, dass nicht erst die „ikonoklastische Moderne“ die „Überbietung aller Überbietungen“ betrieb, „indem sie mit sich selbst die Überbietungsgeschichte schließt“, sondern zwischenzeitlich etwa auch schon Hegel, der den Weltgeist in seiner Philosophie zu sich selbst gekommen sah, oder Marx, der die Philosophie in ihre Verwirklichung zum guten Ende und somit die Weltgeschichte zum Stillstand brachte. [Quelle]

Alles klar? Das Interesse für Religion wird nach meiner Wahrnehmung nicht wesentlich dadurch gesteigert, dass ich eine Sprache verwende, die im Alltag völlig untauglich ist. Das soll keine Kritik an den meist sehr gut formulierten Texten des Buchs von Kaldewey und Niehl sein. Was dort die Ausnahme ist, stellt in vielen anderen Büchern zu religiösen Themen die Regel dar. Das ist das Problem.

Es ist unerträglich arrogant, wenn die Botschaft von Gott sprachlich so verpackt wird, dass sie niemand mehr auspackt, wenn die Verpackung so abschreckend ist, dass jedes Interesse erlischt.

Wie hat Jesus wohl erreicht, dass einfache Fischer und Handwerker seine Botschaft verstehen, sich von ihr ansprechen lassen und ihr Leben völlig umkrempeln?

Habe nur ich dieses Problem? Wenn ich jemanden für etwas interessieren möchte, muss ich dessen Sprache nicht nur verstehen, sondern meine Botschaft auch in seiner Sprache ausdrücken können.

Es geht auch andersrum:

Jesus selbst hat gegenüber seinen Mitmenschen häufig vom Reich Gottes gesprochen und dadurch an die alttestamentliche Tradition angeknüpft. Damit hat er ein Hoffnungsbild von einer neuen Welt Gottes entfaltet, die nach der Botschaft des Neuen Testaments mit ihm selbst angebrochen ist. In Jesu Gleichnissen, seinen Wundern und auch den Maßstäben der Bergpredigt bekommt diese etwas abgehobene Formulierung konkretere Züge. Jesus kündigt den Menschen dieses Reich als Geschenk Gottes an, fordert sie aer zugleich auf, in ihrer Lebenshaltung die Anname der neuen Gegenwart Gottes vorzubereiten.

Das ist aus dem aktuellen Religionsbuch für die 7./8. Klasse (Mittendrin 2), der Artikel ‚Reich Gottes‘ aus dem Lexikonteil. So what? Welche Information können Schüler diesem Text entnehmen? Gut gemeint, vereinfacht, aber der Inhalt? Wie stellt sich ein Siebtklässler das Entfalten von  Hoffnungsbildern vor? Religiöses Origami? Von konkreteren Zügen ist die Rede, der Artikel enthält aber keine konkreten Aussagen über Inhalte der Reich-Gottes-Botschaft Jesu.

Wie der geneigte  Leser sicher merkt, nagt große Unzufriedenheit an der Seelenruhe des Verfassers dieser Zeilen. Es ist für mich aber nicht nur ein momentaner Frust – draußen ist das tollste Herbstwetter und ich muss Stunden vorbereiten-, sondern eine grundsätzliche Frage. Wenn es uns nicht gelingt, die Kernaussagen unseres Glaubens verständlich zu formulieren, wenn wir die theologischen Worthülsen nicht mit Inhalten füllen können, in denen unsere Gesprächspartner ihre Lebenssituation wiederfinden, dann lösen wir unsere Daseinsgrundlage selber auf.

Allgemeines, Schulisches, Theologisches Beitrag drucken