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Religionslehrer unterstützen das Memorandum 2011

Gerne weise ich auf eine Unterstützungsaktion für das Memorandum 2011: Ein notwendiger Aufbruch hin, den Matthias Hirt und andere Kollegen initiiert haben. Wenn Sie katholische Religionslehrerin oder katholischer Religionslehrer sind, prüfen Sie bitte, ob eine Unterzeichnung dieses Aufrufs zur Solidarität für Sie möglich ist.

Ich halte es für sinnvoll, der oft unsachlichen und z.T. polemischen Kritik am Memorandum ein deutliches Zeichen entgegenzusetzen. Da haben nicht irgendwelche frustrierten Profs ein paar alte Forderungen neu aufgewärmt, wie es aus der rechten Ecke gerne dargestellt wird. Es werden in sachlicher Form konkrete Forderungen aufgestellt, die das Ziel verfolgen, die befreiende Botschaft Gottes besser verkündigen zu können.

Oft kommt als Antwort auf diese Forderungen das ‚dann macht doch rüber zu den Evangelischen‘-‚Argument‘. Wer so etwas ernsthaft vorschlägt, hat aus meiner Sicht nicht viel vom Katholisch-Sein verstanden.Katholisch ist nicht gleich evangelisch, bloß ohne Pfarrerinnen, Synoden und dafür mit Zölibat. Katholisch ist auch nicht Latein, Klerozentrismus und Schwulenbashing.

Das Memorandum wurde von einer Reihe hochqualifizierter Theologinnen und Theologen unterzeichnet, die nach bestem Wissen und Gewissen versuchen, unseren Glauben zukunftsfähig und kommunikabel zu halten. Und als Religionslehrer sehe ich, wo Interesse und Neugier besteht bzw. welche Fragen überhaupt nicht mehr in der Diskussion sind.

Aus der rechten Ecke, wenn ich das mal so undifferenziert sagen darf, höre ich nur die üblichen Worthülsen ohne Argumente und sehe nur die übliche Wagenburgmentalität. Vom Geist Gottes getragene weltoffene Katholizität kann ich in solchem Verhalten nicht erkennen.

Hier geht es zum Aufruf zur Solidarität.

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  1. Tiberius
    15. Februar 2011, 20:12 | #1

    Was wäre nach der Umsetzung des Memorandums im Unterschied zum Evangelischen das wesentlich Katholische an der Kirche?

  2. wolfra7
    15. Februar 2011, 20:26 | #2

    Zum Beispiel, dass sie eine Weltkirche ist, die trotz aller lokalen Unterschiede und kultureller Differenzen an der gemeinsamen Botschaft festhält, sich immer wieder neu zusammenrauft und nicht in lauter kleine Landes- oder Freikirchen aufspaltet – ut unum sit.
    Dass sie auch unbequem sein kann und nicht einfach demokratisch ‚umstrukturiert‘ wird. Das Memorandum fordert ja keine Basisdemokratie nach Schweizer Art, sondern Strukturen der Beteiligung. Darin sehe ich durchaus ‚urkatholisches‘ Gedankengut. Oder wie war das in der Regel des Benedikt, mit dem Anhören auch des jüngsten Mitglieds der Gemeinschaft? Wenn ich auf sachlicher Ebene diskutiere, kann die Weihe nicht das alleinige Kriterium für vernünftige Entscheidungen sein.
    Dass sie eine fröhliche und humorvolle Gemeinschaft ist, die nicht vergisst, dass die Frohbotschaft auch Freude in das Leben bringt 😉

  3. 15. Februar 2011, 20:49 | #3

    Danke, Wolfgang, für den Beitrag. Ich ärgere mich dieser Tage über das Niveau, mit dem auf das Memorandum (das eben kein Forderungskatalog ist) an den dafür bekannten Orten (auch im Netz) eingedroschen wird… Reaktionen und Gegenreaktionen passen wunderbar in das Thema „Dialog“… als (nicht selten) abschreckende Beispiele…

  4. 15. Februar 2011, 23:40 | #4

    Lehrreicher Blogpost. Bereichernd, wenn man das Thema auch mal aus einem anderen Blickwinkel beschrieben lesen kann.

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