Amazon-Rezensionen
Wenn ich mir ein Buch kaufen möchte, schaue ich in der Regel bei Amazon nach, was andere dazu geschrieben haben. So eine Kundenbewertung kann für mich eine wichtige Entscheidungshilfe für oder gegen den Kauf sein.
Aaaaber… Das Ganze funktioniert nur, wenn es ein ehrliches Spiel ist. Und ich habe zunehmend den Eindruck, dass negative Kritik unterdrückt wird. Mit negativ meine ich nicht niveaulos, polemisch oder polternd, sondern die Nennung wenig überzeugender Punkte an einem Produkt.
Mir ist es nun zum zweiten Mal passiert, dass ich zu einem wenig überzeugenden Buch etwas geschrieben habe, die geringste Zahl von Sternen vergeben habe – und die Rezension nicht zugelassen wurde. In beiden Fällen wäre es die erste Kundenrezension gewesen.
Klar, das ist kein tolles Verkaufsargument, eine Rezension und die ist mies, aber wenn das Buch nicht mehr hergibt, ist das angemessen. In Zukunft werde ich keine Amazon-Bewertungen mehr abgeben, sondern hier schreiben, was ich von einem Buch halte.
Auslöser war dieses Mal das Buch Lebendige Tafelbilder von Stephan Sigg, erschienen bei Auer zum Preis von 22,90 Euro. Hier meine Anmerkungen:
Tafelbilder zu entwerfen ist keine leichte Aufgabe. Wenn sie dann jedoch “schwer überschaubare Sachverhalte, komplizierte Über- und Unterordnungsverhältnisse… veranschaulichen und verdeutlichen” – wie es dem Autor in der Einleitung vorschwebt, wären die 22,90 Euro für 54 Tafelbilder eine gute Investition. (Vielleicht habe ich mich ja verzählt, aber auf die ‘über 60 Tafelbilder’, die der Verlag auf der Umschlagsseite ankündigt, bin ich nicht gekommen).Für mich sind in dem dünnen Buch leider nur sehr wenige brauchbare Tafelbilder zu finden. Manche scheinen mir nicht sehr lebendig zu sein, sondern einfache Aufzählungen, die durch Einfügen von Pfeilen oder Klammern aufgepeppt worden sind (z.B. 2.1 Was wissen wir über Paulus). Andere sind völlig charmefrei, wie z.B. 2.3 Welche Aufgaben erfüllt die Kirche? – Ein Dreieck mit Liturgie, Diakonie und Martyria (tolle und kreative Idee), an das noch dürre Pfeilchen mit konkreten Beispielen angeheftet worden sind.Klassiker (der Jahreskreis – 2.4 Kirchenjahr – in der 112. Version) sind ebenso zu finden, wie Tafelbilder, deren innere Logik nicht unbedingt eindeutig zu sein scheint (z.B. 4.13 Schuld).Die Dreifaltigkeit als Tafelbild finde ich mutig. Ob die Darstellung Schülern wirklich zu einem klareren Verständnis hilft?Es sind aber auch etliche brauchbare Vorschläge zu finden. Insgesamt habe ich in den Wochen nach dem Durchschauen und Lesen des Buches gemerkt, wie ich meine eigenen Tafelbilder bewusster gestalte und auch mehr ausprobiere. Dabei waren die guten und weniger guten Beispiele des Buches durchaus hilfreich.Den Preis von 22,90 Euro ist mir das Buch allerdings nicht wert. Da hilft auch die beigelegte CD nicht. Was soll ich denn mit einem Tafelbild als Word-Datei?


Lieber Wolfgang, ich habe mal eine Amazon-Rezi geschrieben, in der ich Bezug auf den Preis genommen hatte (allerdings im positiven Sinne, dass dieses teure Buch die Anschaffung lohne), eben dieser Teil erschien dann nicht (!?!). Also: die Rezi ist freigeschaltet worden, aber ohne meinen Kommentar zum Preis. Ich habe sie dann gleich wieder rausgenommen, so etwas mag ich ja gar nicht. Vielleicht war das bei dir der Grund, denn du nennst ja auch einen Preis. Nur eine Vermutung…
Danke für diesen Hinweis
Es könnte tatsächlich an der Nennung des Preises liegen. Ich habe die Rezensionsrichtlinien von Amazon nochmal genau gelesen und da steht wirklich, dass keine faschistischen, rassistischen, antisemitischen Äußerungen und Preise genannt werden dürfen.
@wolfra7
Danke an Martin für den Hinweis.
Es lag tatsächlich an der Nennung des Preises. Der angepasste Text wurde problemlos veröffentlicht